Stoffe - Gewebe, Maschenware und Sonstiges
Info von Masche24, ihrem Spezialisten für Jockey, Calida, Burlington, Kunert,...


Stoff bzw. Materie ist das zentrale Element unseres Universums in Philosophie, Physik und Chemie. Gleichzeitig bezeichnet man auch flächige Textilerzeugnisse, die aus Naturfaser - oder Technofaser -Garnen hergestellt werden, als Stoffe. Dies spricht für die herausragende Bedeutung der textilen Stoffe für die Menschheit. Schon in prähistorischer Zeit erkannten die Menschen, dass sich durch Weben ein recht stabiles zweidimensionales Produkt erzeugen lässt. Um kleinflächige Textilien herzustellen, konnte man noch mit relativ primitiven Hilfsmitteln wie Webrahmen auskommen. Grüßere Flächen ließen sich dann mithilfe von Webstühlen herstellen. Die ältesten Webstühle wurden bereits um 6.000 vor Christus in der Türkei gefunden.

Man unterscheidet drei grundsätzliche Kategorien von Stoffen, nämlich

die jeweils mit unterschiedlichen Techniken hergestellt werden. Unser Sortiment konzentriert sich auf Maschenware, die Vorteile bezüglich Anschmiegsamkeit, Elastizität und Feuchtigkeitsausgleich bietet. 

Geflechte und Geknüpfe bzw. Teppiche
Eine Urtechnik in der Textilherstellung ist das Flechten und Knüpfen. Beim Flechten werden Schlingen gebildet und z.B. zu Bändern geformt. Beim Teppichknüpfen werden Grundfäden  und Knoten kombiniert verarbeitet.

Gewebe

Eines der ältesten Verfahren zur Herstellung von Textilien ist das Weben. Gewebe entsteht durch kreuzweise Verflechtung von zwei Fadengruppen. Die Längsfäden heißen Kettfäden (alle Fäden zusammen nennt man Kette).  Sie geben dem Gewebe Halt und Festigkeit. Die Fäden sind meist reißfester, glamer, härter gedreht. Die Gewebe sind in Kettrichtung meist weniger dehnbar. Die Querfäden heißen Schußfäden.  Sie geben dem Gewebe meist Füllung und Griff. Die Fäden sind meist weicher, dicker, lockerer gedreht. Die Gewebe sind in Schußrichtung meist dehnbarer. Die Gewebestruktur wird bestimmt durch die Garnbeschaffenheit und -feinheit, durch die Flächendichte der Fäden und durch die Art der Verflechtung (Bindung). Das Gesamtaussehen eines Gewebes ist durch eine Folge von Mustern gekennzeichnet.

Die Anzahl der sich verkreuzenden Fäden pro Muster heißt Rapport. Die Herstellung von Geweben erfolgt mit Webstühlen oder mit Webmaschinen. Die Art der Verflechtung von Kett- und Schußfäden heißt Bindung. Man unterscheidet drei Grundbindungsarten:a Leinwandbindung (jeder Schußfaden kreuzt nur einen Kettfaden), festes Gewebe b Körperbindung  (jeder Schußfaden kreuzt zwei Kettfäden), weiches Gewebe mit Diagonalmusterc Atlasbindung (jeder Schußfaden kreuzt mindestens fünf Kettfäden), glattes und glänzendes Gewebe.

Einige Beispiele: 
Oxford ist leinwandbindig 1/1 oder 2/2. Typisch sind die verschieden farbigen Kett- und Schußfäden, dabei ist der Schuß oft weiß und gezwirnt. 
Popeline ist der klassische Hemdenstoff. Das Gewebe ist leinwandbindig mit sehr dicht liegenden Kettfäden, 1 1/2 bis 3mal dichter als die Schußfäden. Dies ergibt die charakteristischen Querrippen.Flanell ist eine allgemeine Bezeichnung für einseitig oder beidseitig, gerauhte Gewebe. Meist wird Körperbindung 2/2 verwendet.
Batist ist feiner Hemdenstoff. Das Gewebe ist leinwandbindig und dicht gewebt.
Jacquard ist auf der Jacquardmaschine hergestelltes buntes oder einfarbiges Gewebe mit aufwendigem Muster.
Fischgrat entsteht durch Richtungswechsel der Körperbindung. 

Maschenware, Gestricke, Gewirke

Maschenware entsteht als Gestricke oder Gewirke, bei dem die Fäden in maschenfürmigen Schleifen (Maschen) verschlungen werden. Es handelt es sich um eine Ur-Technik, die in unserer Sprache eng "verstrickt" ist.
Allerdings wendet man die Stricktechnik nicht mehr nur auf grobe Garne für Pullover etc. an, sondern man kann inzwischen mit sehr dünnen Garnen und sehr hoher Maschendicht vielfältige Arten von Feinwäsche herstellen. Dies erfordert einen hohen technologischen Aufwand.

Maschenwaren sind elastischer und meist lockerer als Gewebe und können ihre Form innerhalb eines gewissen Spielraumes ändern. Daher schmiegen sie sich besser an den Körper an und folgen beim Tragen leichter den Körperbewegungen als Gewebtes. Sie sind sowohl in Längs- als auch in Querrichtung elastisch. Maschenwaren knittern weniger als Gewebe, und sie ermöglichen einen guten Luft- und Feuchtigkeitsaustausch. Die dichteren Gewebe schützen allerdings besser vor Wind und sind robuster und formstabiler

Man unterscheidet Gestricke (Einfadengewirke) und Kettengewirke. Gestricke  entstehen durch Stricken und Häkeln. Dabei  wird jede Maschenreihe aus einem einzigen Faden gebildet. Eine Schlinge greift in die Schlinge der vorangegangenen Reihe, am Ende einer Reihe wird umgekehrt und auf der anderen Seite (links) in die entgegengesetzte Richtung weitergestrickt. Der Faden verläuft in Warenquerrichtung.

Diese Verfahren werden im Handstrick und im Maschinenstrick mit einzeln beweglichen Nadeln angewandt.  Die Wirk-Verfahren arbeiten mit einer Reihen gemeinsam beweglicher Nadeln. Kulieren ist eine maschinelle Einfadenstrick-Variante, bei der die Maschenbildung über eine ganze Nadelreihe hinweg gleichzeitig erfolgt. Der Faden verläuft auch hier in Warenquerrichtung. Daraus entsteht fully-fashioned Ware. Bei der Ketten-Wirk-Technologie wird der Maschine eine große Anzahl parallellaufender Fäden in Längsrichtung zugeführt und maschenfürmig miteinander verschlungen, wobei alle Nadeln gemeinsam bewegt werden. Die Ware ist etwas weniger elastisch als die Einfadengestricke. Die Optik und die Elastizität der Maschenware wird wesentlich durch die Art der Kombination von rechten Maschen (Bild links) und linken Maschen (Bild rechts) bestimmt.

Die feine Strickware wird heute auf Hightech-Anlagen prdouziert. Man unterscheidet Rundstrickanlagen, auf denen rundum nahtlose, schlauchartige Formen mit variablem Durchmesser hergestellt werden kann. Flachstrickmaschinen produzieren flächige Ware. Die Stoffbahnen müssen äußerst paßgenau zugeschnitten und vernäht werden, damit sich das ferige Kleidungsstück nicht verdreht oder verzieht - auch nicht nach dem Waschen. Hierzu sind auch spezielle Walzvorgänge erforderlich, z.B. um bei spiralig rund-strickten Stoffen ein Verdrehen zu vermeiden..  die in dann zur endgültigen Form zusammengenäht wird. Beim Strickvorgang werden dem Nadelzylinder mehrere unterschiedliche Garne zugeführt. Der wichtigste davon ist der unter exakt dosierter Vorspannung zugeführte Kompressions- oder Schussfaden. 

Qualitäten hochwertiger Maschenware
JERSEY ist ein Sammelbegriff für zwei unterschiedliche Arten von Einfaden-Maschenwaren: Interlock und Single-Jersey. Bei Single-Jersey oder Trikot wechseln sich rechte und linke Maschen ab. Die Ware zeigt somit eine rechte und eine linke Maschenseite. Die Ware ist leicht, elastisch und schmiegsam, jedoch anfällig für Laufmaschen. Interlock nennt man eine rechts-rechts-gewirkte oder -gestrickte, feine doppelflächige, nichtgerippte Maschenware. Diese Bindung ist etwas dichter und dehnbarer als Single-Jersey.

RIPPWARE nennt man Einfaden-Maschenware, die an zwei sich versetzt gegenüberstehenden Nadelreihen hergestellt wird, wobei sich rechte und linke Maschen abwechseln (jeweils eine oder mehrere). Diese Maschenbindung ergibt höhere Querelastizität als bei Jersey. Beide Warenseiten sehen gleich aus und zeigen rechte Maschen; die linken Maschen erkennt man erst beim Spannen der Ware. Feinripp wird mit engem Rippmuster aus 2-fädigen Garnen gestrickt, Doppelripp mit einem weiteren Rippmuster und fällt dadurch grüber und dehnbarer aus. Plösch ist eine Ableitungen der Links-rechts-Bindung, bei der noch ein dritter Faden eingearbeitet wird.

Ausschlaggebend für die Trageeigenschaften und für die Optik von Strickwaren ist, neben dem verarbeiteten Garn, die Teilung. Die Teilung gibt an, mit wievielen Nadeln auf einem englischen Zoll (2,54 cm) gestrickt wird. Unsere Socken weisen Teilungen zwischen 6 und 14 Maschen/Zoll (Gauge) auf. Unsere Wäsche wird in 18er bis 22er Teilung hergestellt.

Bei Maschenwaren lassen sich auch Muster einstricken und -wirken. Bei Jaquardmusterstrick laufen die Musterfäden auf der Rückseite offen mit, bei Intarsienstrick (wie bei Burlington-Argyle) werden die Musterfarben beidseitig durchgestrickt und die Randmaschen ohne Verdickung zusammengestrickt.

 


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